Durch das königliche Edikt „Einrichtung und Instruktion der Landgerichte und Gerichte im Herzogtum Cleve und Grafschaft Mark“ vom 03.10.1753 wurden erstmalig Untergerichte zu Landgerichten kombiniert.

Aus den bereits bestehenden Amtsgerichten Hagen und Wetter wurde so das Landgericht Hagen, jedoch als rein erstinstanzliches Gericht, gebildet. Die damalige Besetzung bestand aus einem Landrichter und zwei Landgerichtsassessoren.

Im Januar 1812 wurde unter französischer Herrschaft die französische Gerichtsverfassung eingeführt. Hagen wurde daraufhin Sitz eines Tribunals. Im Jahr 1814 wurde aus dem Hagener Tribunal wieder ein Landgericht.

Bis 1832 befand sich das Gericht in einem Mietshaus in der Stadtmitte, die Sitzungen fanden in einer Schankwirtschaft statt.

Anschließend wurde das Gericht in dem damals neu errichteten Rathaus untergebracht.

Rathaus

Nach der preußischen Revolution von 1848 wurde 1854 aus dem Landgericht ein Kreisgericht, mit zwei getrennten Abteilungen, von denen die erste die streitige und die   Strafgerichtsbarkeit und die zweite die nicht streitige Gerichtsbarkeit ausübte. Das Kreisgericht war mit einem Direktor, 10 Richtern und 3 Assessoren besetzt.

Im Jahr 1866 wurde das vom Justizfiskus finanzierte neue Kreisgerichtsgebäude in der Hochstr. 71 bezogen, in dem alle Hagener Justizbehörden gemeinsam untergebracht waren.

Kreisgerichtsgebäude

Aufgrund des reichsdeutschen Gerichtsverfassungsgesetzes wurde der Landgerichtsbezirk Hagen am 01.10.1879 neu errichtet und umfaßte die 12 Amtsgerichte Altena, Hagen, Haspe, Hohenlimburg, Iserlohn, Lüdenscheid, Meinerzhagen, Menden, Plettenberg, Schwelm, Schwerte, Witten. 

Im Jahr 1902 schied Witten aus dem Landgerichtsbezirk Hagen aus und wurde dem Landgerichtsbezirk Bochum zugeordnet.

Aus Teilen der Amtsgerichtsbezirke Hagen und Haspe wurde 1914 das neue Amtsgericht Wetter gegründet.

Aufgrund der Zunahme der Bevölkerung in Hagen und der damit verbundenen Zunahme an Geschäften wurden in der Zeit vom 1923 bis 1925 in der Heinitzstraße die heute noch genutzten Justizbauten errichtet. Diese wurden am 18.11.1925 vom Landgericht gemeinsam mit Amtsgericht und Staatsanwaltschaft sowie dem Gefängnis bezogen.

Justizneubauten

1933 wurde das Amtsgericht Menden dem Landgerichtsbezirk Arnsberg zugeordnet.

Das Amtsgericht Haspe wurde mit Kriegsende 1945 endgültig aufgelöst.

Der Amtsgerichtsbezirk Hohenlimburg ist 1969 dem Amtsgerichtsbezirk Hagen zugewiesen worden.

Heute gehören somit die Amtsgerichte Altena, Hagen, Iserlohn, Lüdenscheid, Meinerzhagen, Plettenberg, Schwelm, Schwerte und Wetter zum Landgerichtsbezirk Hagen.

Beim Landgericht Hagen sind 9 Strafkammern, 1 Strafvollstreckungskammer und 12 Zivilkammern davon 2 Kammern für Handelssachen gebildet.
Von den 188 beschäftigten Mitarbeitern (einschließlich Ambulanter Sozialer Dienst) entfallen 55 auf den richterlichen Dienst. (Stand 31.03.2019)

Interessierte möchten wir darauf hinweisen, dass über das Landgericht Hagen und seine Geschichte anlässlich seines 250-jährigen Bestehens am 03. Oktober 2003 im LIT VERLAG Münster (ISBN 3-8258-8314-0) in der Reihe „Rechtsgeschichte und Rechtsgeschehen“ die sehr informative Festschrift „Das Landgericht Hagen - Rechtsprechung im Südteil der Grafschaft Mark von der Frühzeit bis zur Gegenwart“ von Peter Linscheidt erschienen ist.